Für jedes Lebensmittel das richtige Klima

Das Schweizer Detail- und Großhandelsunternehmen Coop benötigte für den Neu- und Ausbau seiner Verteilzentrale in Schafisheim im Kanton Aargau eine zuverlässige Steuerungstechnologie.

Diese soll die Temperatur in den Lager- und Verladezonen flexibel und automatisiert regulieren. Hierfür setzte der Züricher Gebäudetechnik-Spezialist Alpiq InTec Schweiz AG, unter anderem verantwortlich für die Ausstattung mit Klimatisierungstechnik, auf Technologie von Priva. Damit lässt sich das Klima für verschiedene Lebensmittel entsprechend den jeweiligen Anforderungen individuell und automatisiert anpassen. Dies optimiert die Lagerungsprozesse, verlängert die Haltbarkeit der Produkte und senkt dadurch Kosten.

Luftbild der Baustelle der Verteilzentrale.
Quelle: Coop
Der Neu- und Ausbau der Verteilzentrale in Schafisheim im Kanton Aargau gilt als die größte private Baustelle der Schweiz.

Die Coop-Gruppe hat ihren Sitz in der Schweiz und ist im Detailhandel, im Großhandel und in der Produktion tätig. Gesamthaft führt die Coop-Gruppe über 2.000 Verkaufsstellen im Detailhandel in der Schweiz und 115 "Cash+Carry"-Märkte (Abholgroßhandel) in der Schweiz und im europäischen Ausland. Die Coop-Gruppe beschäftigt rund 80.000 Mitarbeitende, davon rund 54.000 in der Schweiz. Der Gesamtumsatz der Coop-Gruppe betrug 2015 26,9 Milliarden Schweizer Franken.

Der Neu- und Ausbau der Verteilzentrale in Schafisheim im Kanton Aargau gilt als die größte private Baustelle der Schweiz. So ist der neu errichtete Gebäudeteil 200 Meter lang, 120 Meter breit und 60 Meter hoch. Nach der Inbetriebnahme bietet der Standort rund 1.900 Arbeitsplätze.

Das Projekt "Coop LoBOS" umfasst neben der neuen Verteilzentrale ein Zentrum für Leergut, ein Tiefkühlgebäude sowie die größte Bäckerei der Schweiz mit rund 60.000 Tonnen Brot und Backwaren pro Jahr. Der Einsatz besonders energieeffizienter Technologie in dem Gebäudekomplex soll eine Einsparung von 10.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ermöglichen.

Integriertes Gesamtsystem für übergreifende Gebäudesteuerung

Ein Bauprojekt dieser Größenordnung erfordert innovative und leistungs­fähige Technologien für die Gebäudeautomation. Entsprechend hoch waren die Anforderungen von Coop: "Die Anlagen für Heizung, Kühlung und Belüftung mussten in ein offenes und modernes Gesamtsystem integriert sein, das einheitliche und übergreifende Steuerungsprozesse im gesamten Gebäudekomplex ermöglicht. Zudem sollten sämtliche Geräte über das Netzwerkprotokoll BACnet (Building Automation and Control Networks) kommunizieren", erklärt Philipp Jurt, Projektleiter Gebäudeautomation bei der Alpiq InTec Schweiz AG. Wichtig war es zudem, dass sich das System zentral managen und ausfallsicher betreiben lässt. Und nicht zuletzt war ein professioneller Lösungspartner gefragt, der alle Komponenten aus einer Hand liefern kann.

Coop beauftragte die Züricher Alpiq InTec Schweiz AG mit der Umsetzung – aufgrund ihres großen Erfahrungsschatzes in ähnlichen Projekten. Das Unternehmen zeichnet dabei nicht nur für die Klimatisierung, sondern auch für die Steuerung der Beleuchtung sowie für sicherheitsrelevante Systeme wie die Brandmeldeanlage verantwortlich.

Bei der Temperatursteuerung setzte Alpiq InTec wie bereits mehrfach in der Vergangenheit auf bewährte Technologien des Partners Priva. So sorgt das Automationstool "Priva Blue ID" für die nahtlose Integration und Koordination der verbauten Heiz-, Kühl- und Lüftungskomponenten.

Oberfläche des Leitsystems
Quelle: Alpiq InTec
Das System misst und überwacht permanent die Temperatur in den Lagerräumen.

Zudem kommt das Leitsystem "Priva Top Integration" zur Anwendung. Damit lassen sich auf einer leistungsstarken Plattform alle gebäudebezogenen Systeme in einer übergreifenden Oberfläche visualisieren und zentral bedienen. Die Daten können detailliert analysiert und Optimierungspotenziale ermittelt werden.

In dem Gebäudekomplex tauschen rund 12.000 physikalische Datenpunkte in 125 Unterstationen sowie 7.500 Integrationsdatenpunkte Informationen aus. Die Datenkommunikation erfolgt dabei über Ethernet TCP/IP sowohl mit Kupferkabel als auch über Lichtwellenleiter. Neben BACNet TCP/IP kommen auch die Netzwerkprotokolle KNX, M-Bus, MP-Bus und Modbus RTU zum Einsatz. Priva Top Integration erleichtert dabei die Bedienung sämtlicher Gebäudetechnik-Komponenten erheblich.

Weiterführende Informationen: http://www.privaweb.de/

Donnerstag, 24.08.2017

Frank Hühren
Von Frank Hühren
Dipl. Ingenieur Versorgungstechnik, Dipl. Wirtschaftsingenieur und Geschäftsführer der Priva Building Intelligence GmbH