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Smart Spaces – Der Mensch im Mittelpunkt

Selbstlernende Systeme

Sobald Frau Hoffmann an ihren Arbeitsplatz kommt, geht beispielsweise automatisch das Licht auf ihrem Schreibtisch an – der bereits auf ihre individuelle Höhe eingestellt ist. Und zwar nicht nur in der von ihr gewünschten Helligkeit und Farbe, sondern auch in Abhängigkeit von der Stärke der Sonneneinstrahlung. Außerdem kennt das System ihre bevorzugte Raumtemperatur. Es weiß sogar, dass sich 21 Grad im Sommer und im Winter nicht gleich anfühlen, und sorgt deshalb eigenständig für eine angemessene Korrektur. Das System lernt eigenständig auf Basis der Werte, die ihm Sensoren liefern, des Feedbacks und des Verhaltens der Nutzer. Um bis zu 18 Prozent lässt sich die Produktivität von Mitarbeitern durch das subjektiv beste Licht- und Temperatur-Konzept steigern, betont eine Untersuchung ("World Green Building Council Report").

Darüber hinaus bieten intelligente Managementsysteme Lösungen für ein ganz grundsätzliches Problem: Den Wildwuchs unterschiedlichster Cloud-Systeme, die nicht miteinander kompatibel sind. "Im Durchschnitt nutzt ein international operierendes Unternehmen heute mehrere Dutzend unterschiedliche Cloud-Services", sagt Alexander Rohweder, Head of Global Software Business bei Building Technologies. "Ein solch digitaler Dschungel steigert nicht die Produktivität, sondern bremst im Gegenteil die digitale Revolution am Arbeitsplatz geradezu aus."

Abhilfe schafft die neueste Generation intelligenter Gebäudetechnologie, die auf Basis der alles durchdringenden Digitalisierung, des Mobilfunks und des "Internets der Dinge" (IoT) die Integration bislang isolierter Systeme ermöglicht. Die Interoperabilität unterschiedlicher Dienste von verschiedenen Anbietern setzt der Fantasie praktisch keine Grenzen mehr. Synchronisiert mit den persönlichen Arbeitszeiten kann jeder Mitarbeiter seinen privaten Alltag organisieren und optimieren: Von den Einkäufen, über Tischreservierungen im Restaurant bis hin zu Terminen in der Autowerkstatt, beim Friseur oder Hausarzt. Auch die automatische Anlieferung von Paketen an den Arbeitsplatz würde das Leben erleichtern.

Siemens-Spezialist Schröder fasziniert darüber hinaus die enge Vernetzung auf lokaler Ebene: "Damit entwickelt sich das bislang meist isolierte Firmengebäude mehr und mehr zum integralen Bestandteil der örtlichen Nachbarschaft. Das wird auch städtebaulichen und verkehrspolitischen Konzepten neue Impulse geben."

Tatsächlich steigern alle Komponenten eines solch intelligenten Managementsystems nachweislich das positive Gefühl, etwas erreicht zu haben und zugehörig zu sein: zu einem Unternehmen, zu einer Community, zu einem Netzwerk. Direkt und indirekt steigt damit wie von selbst die nachhaltige Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Nicht zuletzt ist auch die Bedeutung für das Recruiting groß: Denn die besten Arbeitskräfte entscheiden sich gerade für die aus ihrer Sicht attraktivsten Unternehmen mit einem breiten Angebot aus kommunikativem Austausch, gemeinsamer Entwicklung und Wachstum sowie Möglichkeiten zu lebenslangem Lernen.

Männer sitzen mit Laptops an Tischen in einer Bibliothek.
Quelle: Siemens AG mit freundlicher Genehmigung von Mindspace
Im Jahr 2020 werden weltweit schon rund eine Milliarde Menschen nicht mehr an festen Arbeitsplätzen und persönlichen Schreibtischen arbeiten, sondern flexible "projektbasierte Kapazitäten" gemeinsam mit anderen nutzen.

Investitionen mit gewaltiger Hebelwirkung

Die insgesamt aus all diesen Effekten resultierende Produktivitätssteigerung katalysiert die Rendite gewerblicher Liegenschaften.

Richtig eingesetzt erzielen Gebäude-Managementsysteme in kürzester Zeit erhebliche Wertsteigerungen damit ausgestatteter Immobilien: Da der Investitionsbedarf vergleichsweise niedrig liegt, sind auch die Return-on-Investment- beziehungsweise Amortisationsfristen kurz und die Hebelwirkung gewaltig.

Das gelte prinzipiell nicht nur für neu zu errichtende Gebäude, sondern ebenso für Bestandsbauten und mit geringen Einschränkungen sogar für Altbauten.

Weltweit beträgt das Marktvolumen der Gebäudetechnik rund 65 Milliarden Euro – mit zweistelligen Wachstumsraten. Wie in anderen Technologiebereichen auch, so ist beim Gebäudemanagement kein Ende des Fortschritts in Sicht.

Neue Entwicklungen, unter anderem bei der Miniaturisierung, der Sensorik, in der Robotik, bei der Sprachsteuerung und dem Einsatz von Drohnen, erschließen noch ungeahnte Szenarien zur weiteren Humanisierung der Arbeitswelten sowie neuer Interaktionsmöglichkeiten zwischen Menschen und Gebäuden. Der technologische Fortschritt wird die individuelle Anpassung von Gebäuden an die Prozesse und an die Menschen, die dort drin arbeiten, in den kommenden Jahren ganz erheblich beschleunigen. Das gilt natürlich für Neubauten.

Durch das Mobilfunk-gestützte Internet der Dinge gilt dies zunehmend auch für Bestandsgebäude. Franziska Dolak, Innovation Manager im Bereich Siemens Smart Spaces: "Damit rücken sogar für historische Bauwerke in Zukunft gänzlich neue Nutzungsszenarien in den Bereich des Möglichen."

Mittwoch, 05.09.2018