Smart Buildings: Effizient und intelligent

Interview mit Andreas Matthé von Siemens

Der CEO der Business Unit Low Voltage and Products, Division Energy Management, und Leiter des Siemens-Stands auf der Light+Building 2018 spricht über effiziente Lösungen für digitale Gebäude.

Bild von Andreas Matthé.
Quelle: Siemens AG, München/Berlin / https://www.siemens.com/presse
Andreas Matthé

Siemens stellt den Messeauftritt unter das Motto "Digitalize your building". Was heißt das genau?

Die digitale Transformation verändert das Gebäudemanagement fundamental. Smart Buildings sollen noch lebenswerter gestaltet und gleichzeitig wirtschaftlicher betrieben werden. Grundlage dafür sind intelligente Digitalisierungslösungen, eine zuverlässige und effiziente Energieversorgung sowie immer mehr automatisierte, sich selbst anpassende Gebäudemanagementsysteme.

Wir zeigen auf der Light+Building, wie Digitalisierung, Gebäudemanagement und Energieverteilung optimal zusammenspielen. Dies beginnt mit der softwarebasierten Planung und Projektierung sowie der digitalen Umsetzung anlagenspezifischer Daten in BIM (Building Information Modeling) und umfasst beispielsweise die bedarfsgerechte Absicherung der Energieverteilung wie auch die systematische Erfassung von Energie- und Anlagendaten während des Gebäudebetriebs.

In unser cloudbasiertes IoT-Betriebssystem "MindSphere" eingebunden, stehen die Daten auch für weitere Gebäudemanagementaufgaben zur Verfügung. Sie ermöglichen zudem Datenbasierte Services wie beispielsweise Performanceanalysen oder Energie-Benchmarking.

Die Grafik zeigt miteinander vernetzte Gebäude.
Quelle: chombosan / https://de.fotolia.com/
Automatisierte "smarte Gebäude" erreichen beste Ergebnisse beim Gebäudekomfort und Ressourceneinsatz, wenn alle Gebäudedisziplinen nahtlos miteinander verknüpft sind.

Welche Chancen bringt das digitale Gebäude?

Digitale Gebäude sind Energieverbraucher – und zugleich Energieerzeuger und speicher. Sie minimieren ihren Eigenenergiebedarf und kommunizieren mit dem gesamten Stromnetz. So werden sie zum "Prosumer", zum Produzenten und Konsumenten gleichzeitig. Prosumer nehmen eine Schlüsselposition beim Thema transformierende Energiesysteme ein.

Integrierte Gebäudemanagementsysteme machen den Energieverbrauch eines Gebäudes transparent. Die detaillierten Daten eines Gebäudes legen die Basis zur nachhaltigen Kosten- und Emissionsreduktion. Im digitalen Gebäude können beispielsweise Anlagen und Systeme vorausschauend gewartet und so Ausfälle oder Schäden vorab vermieden werden.

Auch für Gebäudenutzer bringen digitalisierte Gebäude Vorteile: Produktivität, Komfort und Sicherheit können durch intelligente Gebäudemanagementsysteme merklich gesteigert werden. Neue Lösungen wie Indoor Navigation ermöglichen es zum Beispiel, Konferenzräume oder Betriebsmittel schnell zu finden oder jedem Mitarbeiter im Evakuierungsfall den besten Weg anzuzeigen.

Digitale Gebäude sind kommunizierende Gebäude und erzeugen stetig Daten. Wir wandeln diese Daten in Wissen um. Wissen, das unsere Kunden zukunftsfähig macht und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigert.

Welche Rolle spielen Energieverteilung und –verbrauch in Smart Buildings?

Mit der Digitalisierung steigt auch die Anzahl an elektrischen Verbrauchern. Zum einen geht es um die Energieverteilung: Moderne Elektrogeräte, eine steigende Zahl an Kommunikations- und Multimediageräten, aber auch die Nutzung regenerativer Energien, Ladesysteme für Elektrofahrzeuge und die zunehmende Automatisierung erfordern neue Konzepte in der Energieverteilung und Elektroinstallation. Alle Anlagen und Gewerke müssen aufeinander abgestimmt und vernetzt sein. Die Sicherheitsanforderungen steigen.

Wir unterstützen unsere Kunden mit innovativen Lösungen, eine sichere, normkonforme und kommunikationsfähige Energieverteilung zu realisieren. Zum anderen bieten wir Lösungen und Services, um den Energieverbrauch zu optimieren und Gebäude so nachhaltig effizienter zu machen. Unsere Systeme stellen dabei auch sicher, dass die Optimierung von Heizung, Lüftung oder Beleuchtung Hand in Hand mit einem perfekten Raumklima geht.

Weiterführende Informationen: https://www.siemens.com

Donnerstag, 01.03.2018