Systemlösung für die drahtlose Gebäudeautomation

Das drahtlose, skalierbare Smart Building System frogblue eignet sich nicht nur für den einfachen Einstieg in die smarte Gebäudesteuerung.

Deutschlands Gebäude werden immer smarter. Eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bestätigt die hohe Akzeptanz intelligenter Steuerungstechnologien. Rund die Hälfte aller Bundesbürger (48 Prozent) glaubt demnach, dass smarte Anwendungen dazu beitragen, das Leben komfortabler und sicherer zu machen – Tendenz steigend. Mit den zahlreichen Möglichkeiten der intelligenten Gebäudesteuerung befassen sich zunehmend auch Gewerbetreibende. Denn Gebäude lassen sich so effizient, sicher und nachhaltig betreiben.

Viele Interessenten zögern bei der Anschaffung von Smart Home Lösungen angesichts der Vielzahl an inkompatiblen Systemen und Standards sowie hoher Kosten. Weil Anwendungen selten miteinander vernetzt sind, kann das volle Potential der smarten Gebäudesteuerung oft nicht ausgeschöpft werden. Diese Faktoren machen auch Architekten und Planern das Leben schwer. Dass es auch anders geht, zeigt das Unternehmen frogblue: Der Mittelständler aus Kaiserslautern hat ein drahtloses, skalierbares Smart Building System entwickelt, das sich mit wenig Aufwand installieren lässt. Es eignet sich sowohl für den einfachen Einstieg in die smarte Gebäudesteuerung als auch für den flexiblen Ausbau von bestehenden Systemen sowie für die Nachrüstung im Bestandsbau.

frogblue bietet einen neuen Weg zu smartem Wohnen und Arbeiten – ohne Kabel, ohne zentrale Steuereinheit, Schaltschränke oder aufwändige IT-Arbeiten und ohne Cloud. Die Lösung basiert auf kleinen grünen Steuerungsmodulen, den sogenannten "frogs". Diese werden hinter dem Lichtschalter in der Unterputzdose verbaut und an die bestehende Stromleitung (230 V) angeschlossen. Die Steuerungsmodule enthalten viele Funktionen und sind einfach programmierbar. Sie können schalten, dimmen, messen und Türen öffnen oder auf Taster, Schalter und Fensterkontakte reagieren. Die Kommunikation zwischen den "frogs" funktioniert energiesparend über "Bluetooth LE" (Low Energy). So knüpfen sie drahtlos "virtuelle Kabel" zu anderen "frogs" und tauschen Schaltbefehle aus oder synchronisieren sich beim Dimmen. Die Systemlösung hat somit, laut Hersteller, eine sehr hohe Reichweite und ist störungssicher. Außerdem ist der energiesparende "Bluetooth-LE"-Standard mit Blick auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Gebäudesteuerung zukunftsweisend.

Quelle: frogblue
frogblue aus Kaiserslautern bietet "Bluetooth"- basierte Smart Home Lösungen: Das System fußt auf intelligenten Steuermodulen, den "frogs", die direkt in Unterputzdosen hinter den Lichtschaltern verbaut werden.

Eine offene Wohnküche.
Quelle: frogblue
frogblue eignet sich für den Einsatz im Bestands- wie im Neubau – vom einzelnen Apartment bis zum Bürogebäude.

Auch das Thema Sicherheit wird bei frogblue großgeschrieben: Zusätzlich zur "Bluetooth"-Verschlüsselung wird jede Nachricht der "frogs" mit 128 Bit verschlüsselt, was die Sicherheit bei der Datenübertragung erhöht. Alle weitergeleiteten Nachrichten werden jeweils neu verschlüsselt und erhalten einen sekundengenauen Zeitstempel. Sie sind deshalb nur dann gültig, wenn sie gerade erzeugt wurden und nicht veraltet sind. Aufzeichnen und späteres zeitversetztes Versenden wird erkannt und abgewiesen. Entscheidend für die Datensicherheit ist zudem, dass das frogblue-System keine Internet-Verbindung benötigt und keine Daten in eine Cloud auslagert. Alle Steuerungsinformationen bleiben damit im Haus und sind vor Zugriff von außen sicher.

Kompatible Lösung im Neubau und Bestand

Die "frogs" benötigen lediglich einen normalen 230 V Stromanschluss und sind mit allen üblichen Lichtschaltern und Leuchten kompatibel. Diese Offenheit unterscheidet diese Lösung von vielen anderen Systemen, die nur mit proprietären Komponenten funktionieren. Ein nachträglicher Einbau hinter dem Lichtschalter oder am Lampenauslass ist jederzeit möglich. Die frogblue-Dimmer sind pro Kanal für die Ansteuerung von 300 W Leuchten ausgelegt und werden ebenfalls am 230 V Netz angeschlossen. Die Ausgänge sind kurzschlussfest und verfügen über unterschied-liche Zeit- und Logikfunktionen. Die diversen Eingangsmodule besitzen bis zu fünf Kanäle und übersetzen die Betätigung der Lichttaster in Steuerbefehle: Einfaches Tasten schaltet das Licht. Längeres Halten der Taste aktiviert die Dimmfunktion. Ob und wie gedimmt wird, ist frei konfigurierbar und lässt sich sogar nachts oder tagsüber unterschiedlich vorgeben.

Eingangs- und Ausgangssignale des gesamten Netzwerks – also zum Beispiel alle Lichttaster, Leuchten, Jalousien, Türen – können über das drahtlose System logisch miteinander verknüpft werden. Insgesamt sind zahlreiche Komfort- und Sicherheitsfunktionen, inklusive Visualisierung, Steuerung, Zutrittskontrolle oder Bewegungsmeldung, möglich. Alles ist flexibel, da sich die Einstellungen des dezentralen "Bluetooth"-Netzwerkes jederzeit neu anpassen lassen. So lässt sich beispielsweise das Licht beim Verlassen des Hauses auf Tastendruck im gesamten Gebäude ausschalten, die Jalousien herunterfahren und die Heizung auf Abwesenheit einstellen. Sind entsprechende Sensoren installiert, kann ein blinkendes Flurlicht vor dem Verlassen des Hauses beispielsweise ein offenes Fenster anzeigen. Zudem ist es möglich, einen Alarm auszulösen, wenn während der Abwesenheit ein Lichtschalter betätigt oder eine Innentür geöffnet wird. Alle frogblue-Einheiten haben Zeitfunktionen zum Schalten. Für Lampen oder Rollos lassen sich zudem Wochenprogramme dezentral einstellen.

Komponenten der frogblue Smart Home-Lösung.
Quelle: frogblue
Zusätzlich zur "Bluetooth"-Verschlüsselung wird jede Nachricht der "frogs" mit 128 Bit verschlüsselt, was die Sicherheit bei der Datenübertragung erhöht. Entscheidend für die Datensicherheit der Smart Building Lösung ist zudem, dass das frogblue-System keine Internet-Verbindung benötigt und keine Daten in eine Cloud auslagert. Alle Steuerungsinformationen bleiben damit im Haus und sind vor Zugriff von außen sicher.

Ein Anwendungsbeispiel

In der Provence wurde ein großes Anwesen auf einem 6.000 m² Grundstück komplett mit frogblue-Technik ausgestattet. Über 200 "frogs" sorgen für die Gebäudesteuerung und -sicherheit. Die folgende Übersicht der konfigurierten Funktionen gibt einen Einblick in die Leistungsfähigkeit der Anwendung:

  • Zentral-Aus beim Verlassen des Gebäudes, Zentral-Ein als Panikbefehl.
  • Auf dem Smartphone abrufbare Lichtszenen für Terrasse, Pool und Außenbereich.
  • Die Videoüberwachung erfolgt durch Mobotix-Kameras, die mit dem "frogLink"-USB an das System angekoppelt sind und so fernbedient werden.
  • Im Alarmmodus werden die Türen und Fenster auf Öffnung bzw. Kippstellung überwacht. Auch die Betätigung der Lichtschalter in den Fluren löst dann Alarm aus.
  • In der Nacht werden alle Flurlichter aktiviert, wenn eine Tür im Haus geöffnet wird.
  • Ein Doppelklick auf jedem Lichttaster aktiviert die Panikfunktion. Per Dreifach-Klick kann auf ausgewählten Lichttastern das gesamte Licht abgeschaltet werden.

Nachdem der lokale Elektroinstallateur die frogblue-Module in den Unterputzdosen hinter den Lichtschaltern verbaut hatte, konnten ohne Programmierung bereits alle Leuchten direkt am Lichttaster geschaltet bzw. gedimmt werden. Die Konfiguration der Wechselschaltungen, das Setup von Raum- und Signalnamen sowie die Einrichtung der Zentralfunktionen dauerte lediglich zwei Tage. Diese Zeitersparnis gegenüber anderen Systemen ist hauptsächlich auf die Funktionalität der kostenlosen Projekt-Software "frogblue-Project" zurückzuführen. Denn vordefinierte Zentralfunktionen lassen sich einfach den Ein- und Ausgängen zuordnen und müssen nicht jedes Mal neu konfiguriert werden. Zudem benötigt das frogblue-System mit nur rund 40 W Leistungsaufnahme für die 200 Module, nach Angabe des Herstellers, weniger als 1/10 der Leistung kabelgebundener Lösungen. Ein Schaltschrank oder Module in den Unterverteilern sind nicht notwendig.

Smart Home ist nicht gleich Smart Home

Sieben Fragen an Pascal Heinkele, Sales Director DACH bei frogblue

Porträt von Pascal Heinkele.
Quelle: frogblue

Herr Heinkele, bitte geben Sie unseren Leserinnen und Lesern zunächst einen kurzen Überblick über Ihre Tätigkeiten bei frogblue.

Ich bin bei frogblue als Sales Director DACH für den Vertrieb und die Geschäftsentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich. Gemeinsam mit den KollegInnen aus dem Vertriebsinnen- und -außendienst, dem Support, der Trainingsabteilung und dem Marketing liegt mein Fokus darauf, frogblue mit seiner innovativen Systemlösung im großen Smart Home Markt erfolgreich zu platzieren. Hierzu gehört auch, zu jeder Zeit sehr nah am Kunden und am Markt zu sein, um Anforderungen sowie Trends frühzeitig zu erkennen.

Der "Smart Home" Markt gilt als sehr heterogen. Diverse Produkte, Systeme und Lösungen buhlen um die Gunst der Planer, Installateure, Investoren und Nutzer. Wie positioniert sich frogblue hier?

Da kann ich nur zustimmen! Aufgrund der vielen am Markt erhältlichen Produkte ist es für alle Zielgruppen eine enorme Herausforderung, das für die jeweiligen Anforderungen passende System zu finden. frogblue hat sich mit seiner "Bluetooth"-basierten Smart Building Lösung bewusst in dieses große (Smart Home) "Haifischbecken" begeben. Denn eines ist auch klar: Smart Home ist nicht gleich Smart Home! Die Bandbreite reicht von sprachgesteuerter Unterhaltungselektronik über intelligente Teillösungen, wie Licht- und Heizungssteuerung, bis hin zur professionellen Gebäudeautomation. frogblue ist eine rein professionelle Systemlösung für die breite Masse, die nach höchsten Qualitätsstandards zu 100 Prozent in Deutschland entwickelt und produziert wird, VDE-zertifiziert. Smart Home einfach, flexibel, sicher und für jeden erschwinglich – das ist unsere Devise.

Was macht für Sie eigentlich ein "gelungenes Smart Home" konkret aus?

Ein Komplettsystem, welches: einfach zu installieren, jederzeit einfach umzukonfigurieren, sicher und zuverlässig, flexibel, skalierbar, preislich attraktiv, kein rein proprietäres System ist.

Ohne "Integrale Planung" keine "intelligenten" Wohnungen und Gebäude. Oder sehen Sie das anders?

Meiner Meinung nach ist dies abhängig von der Komplexität der Lösung und den Anforderungen des Endanwenders. Will ich einfach nur meine Deckenlampe im Esszimmer smart machen oder soll es direkt das intelligente Zusammenspiel vieler Disziplinen sein? Wir bei frogblue agieren immer nach dem Leitgedanken: "Die bestmögliche Lösung für den Kunden!" Diese Qualität kann ausschließlich über die Qualifizierung aller am gesamten Prozess beteiligten Stakeholder erzielt werden. So ist auch für eine intelligente Wohnung oder ein smartes Gebäude eine integrale Planung unumgänglich.

Sie haben einen Wunsch frei, der die Planungs-, Bau- und Betriebspraxis von Gebäuden deutlich "unkomplizierter" bzw. effektiver macht. Wie würde dieser lauten?

Spontan aus dem Bauch heraus würde ich mir wünschen, dass wir mehr einheitliche Schnittstellen zwischen den vielen unterschiedlichen Standards schaffen und so deutlich an Interoperabilität gewinnen.

Apropos "Schnittstellen" und "Teamwork": Inwiefern geht frogblue selbst mit gutem Beispiel voran in Sachen "gewerkeübergreifendes Denken und Handeln"?

Als Teamwork sehen wir bei frogblue neben der engen internen, abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit auch eine enge Kundenbeziehung sowie Technologiepartnerschaften mit anderen Herstellern. Extrem wichtig sind für uns zudem auch die engen Partnerschaften zu vielen verschiedenen Verbänden und Gremien, wie dem ZVEH, dem ZVEI, der SmartHome Initiative Deutschland und der Wirtschaftsinitiative Smart Living. Hierüber sind wir immer am Puls der Zeit, gut vernetzt und regelmäßig dazu aufgefordert, gewerkeübergreifend zu denken.

Zum Schluss: Building Information Modeling (BIM), ein Zauber- oder Buzz-Wort für Sie?

Weder noch! Für mich ist BIM ein klassischer Prozess im Zeitalter der Digitalisierung, an welchem früher oder später kein Weg vorbeiführt. Heute wird das Thema jedoch in der Theorie deutlich heißer gekocht als in der Praxis gelebt. Alle Architekten, Planer, Ingenieure und Bauunternehmen wissen, dass sie mit allen Informationen im BIM effizienter, zukunftssicherer, fehlerfreier arbeiten können und dennoch setzen heute bei Weitem nicht alle dieses vielversprechende Werkzeug-Set ein.

Mittwoch, 08.07.2020