Die Zukunft kommt mit Lichtgeschwindigkeit

Um auch in Zukunft den wachsenden Ansprüchen der Nutzer gerecht zu werden, benötigt jede Immobilie ein sorgfältig geplantes Gebäude- und Wohnungsnetz für Multimediaanwendungen. Glasfaser spielt bei der Planung zukunftssicherer Konzepte eine bedeutende Rolle.

Quelle: Jannik Selz/Unsplash

Die Bewohner eines Gebäudes wollen mit ihren Handys oder Tablets per WLAN im Internet surfen. Vielleicht arbeiten sie auch im Home-Office und benötigen deshalb einen schnellen und leistungsfähigen Internet-Anschluss. Sicherlich aber verwenden sie zunehmend ihren (Smart-)TV, um Filme und Serien zu streamen sowie Mediatheken zu nutzen. Damit dies alles in bester Qualität und gleichzeitig stattfinden kann, benötigt man ein leistungsfähiges und auf die Bedarfe der Bewohner angepasstes Gebäude- und Wohnungsnetz. Die Zeiten, in denen eine zentrale LAN-Dose als fortschrittlich galt, sind lange vorbei. Die Multimediafähigkeit eines Gebäudes oder einer Wohnung wird für Eigentümer, Käufer und Mieter von Immobilien zunehmend zu einem der wichtigsten Bewertungsmaßstäbe. Die Konnektivität ist unmittelbar mit dem Lifestyle der Bewohner verbunden und wird deshalb bewusst wahrgenommen. Eine Beurteilung fällt leichter und wiegt oft schwerer, als dies zum Beispiel bei der Wärmedämmung des Gebäudes der Fall ist – obwohl diese für die Funktion des Gebäudes von wesentlich höherer Bedeutung ist.

Heute muss ein Gebäude- und Wohnungsnetz für Multimediaanwendungen mit der gleichen Sorgfalt geplant werden, wie dies beim Strom-, Trinkwasser- oder Heizungsnetz schon lange Standard ist. Dies gilt besonders, weil nachträgliche Eingriffe in das Gebäude- und Wohnungsnetz der Immobilie sehr zeit- und kostenintensiv – manchmal auch schlicht unmöglich – sind. Sich nicht der Komplexität der Aufgabe zu stellen, ist ebenfalls keine Lösung. Die immer noch anzutreffende, zentrale „Datenquelle“, von der aus das ganze Gebäude mit WLAN geflutet wird, ist genauso zeitgemäß, wie eine zentrale Wasserstelle im Haus, von der aus das Trinkwasser mit Eimern im Haus verteilt wird.

Fiber-to-Fiber statt Fiber-to-Flaschenhals

Das sorgfältig geplante Gebäude- und Wohnungsnetz (man spricht auch vom Kommunikationsnetz oder Multimedia-Inhausnetz) ist heute wichtiger denn je. Allerdings werden noch zu oft die Netzebenen getrennt betrachtet. Der Glasfaserausbau geht voran. Er darf aber nicht an der Netzebene 3 (NE 3), dem Hausübergabepunkt (im Keller), enden. Glasfaser gehört unbedingt (auch) ins Gebäude. Fiber-to-Fiber statt Fiber-to-Flaschenhals, muss die Maxime bei der Planung eines Multimedia-Inhausnetzes sein.

Das sieht der Gesetzgeber genauso: Er hat vorgeschrieben, dass in Neubauten und bei umfangreichen Renovierungen hochgeschwindigkeitsfähige, passive Inhaus-Infrastrukturen zu errichten sind, um Immobilien zukunftssicher zu machen (Telekommunikationsgesetz, TKG § 77 k, Netzinfrastruktur von Gebäuden). Für reine Wohngebäude wird empfohlen, jede Wohneinheit mit mindestens vier Glasfasern zu versorgen.

Ein modular aufgebautes Multimedia-Inhausnetz, das auf Glasfasertechnologie basiert und das mehrere Datenanschlüsse in einer Multimediadose vereint, bietet in der Planung und natürlich bei der Nutzung eine Vielzahl von Vorteilen. Ein über alle Netzebenen geplantes Glasfasernetz bewältigt die stetig steigenden Netzauslastungen spielend. Zusätzlich kann jede einzelne Multimediadose auch nach Jahren noch an sich verändernde Bedarfe anpasst werden.

Ein Multimedia-Inhausnetz ist per Definition providerneutral. Das bedeutet, dass es möglich ist, praktisch jedem Provider den Zugang zum Gebäudenetz zu ermöglichen und sogar mehrere Provider parallel zu nutzen, also einzelne Dienste gezielt von bestimmten Anbietern zu beziehen. Dies ist nicht im Sinne der Provider, die gerne das Datenmonopol bei einem Kunden hätten. Deshalb kann der Planer von Seiten der Provider auch keine Unterstützung in Richtung einer auf Glasfaser basierenden „Total Open Access“-Lösung (TOA) erwarten.

Foto: Beispiele für Multimediaanwendungen in Gebäuden.
Quelle: homeway
Heute muss ein Gebäude- und Wohnungsnetz für Multimediaanwendungen mit der gleichen Sorgfalt geplant werden, wie dies beim Strom-, Trinkwasser- oder Heizungsnetz schon lange Standard ist.

Zukunftssicher investieren

Mit einem Multimedia-Inhausnetz entscheidet sich der Investor für ein System, das seine Immobilie für die Generation, die jetzt Eigentum erwirbt, attraktiv macht. Und mit dem er aktiv für seine Immobilie werben kann. Setzt er dabei auf Lichtgeschwindigkeit, entscheidet er sich für einen „Standard“, der sich auch in Jahrhunderten nicht ändern wird. Die Kosten für Glasfaser-Lösungen im Gebäude sind in den letzten Jahren kontinuierlich gefallen. Um die Investitionskosten noch überschaubarer zu halten, können im ersten Schritt verschiedene Ausbaustufen im Wohnungsnetz (NE 5) gewählt werden. Außerdem muss der Investor nicht alle Kosten bis zur Multimediadose selbst tragen. Er kann mit einer Basisinvestition im Gebäudenetz (NE 4) nur den Rahmen schaffen und proaktiv bewerben. Jeder zukünftige Eigentümer kann dann das Wohnungsnetz auf seine Kosten individuell an seine Bedarfe anpassen. Aber auch im „Glasfaserzeitalter“ haben andere Kabelmaterialien noch ihre Berechtigung. Jeder Kabelweg hat seine eigenen Anforderungen und verlangt nach einer individuellen Lösung. Ideal sind deshalb Herstellersysteme, bei denen unterschiedliche Kabelmaterialien auf einfache Weise kombiniert werden können. Die Heizungssteuerung im Keller benötigt beispielsweise einen LAN-Anschluss, aber benötigt sie auch die Leistungsfähigkeit von Glasfaser? Hier kann es sinnvoll sein, ein anderes Kabelmaterial einzusetzen.

Weiterführende Informationen: https://www.homeway.de/

Freitag, 03.09.2021

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