BIM: (r)eine Definition...

Einige Zuschriften haben mich zu meiner letzten Kolumne „BIM: Was bedeutet das für Sie persönlich?“ erreicht. Fazit: Vielen bereitet es Probleme, eigene Anforderungen an BIM zu stellen bzw. generell den Term BIM sowie die ganzen anderen Anglizismen zu definieren.

Nachdem Sie also die zwölf grundsätzlichen Fragen des letzten Beitrags beantwortet haben, stehen Sie jetzt vor einer langen Liste mit Antworten und wissen immer noch nicht so wirklich, was dieses BIM eigentlich ist und wie Sie es in Ihren Planungsalltag einfließen lassen können. Ich möchte Ihnen helfen, indem ich erst einmal die für Sie grundlegenden Begriffe definiere. Einige Zuschriften schilderten das Problem, dass man bereits mit dem Term BIM nicht viel anfangen kann bzw. total divergierende Meinungen hierzu existieren.

Nehmen wir uns die Zeit und definieren die wichtigsten Begriffe. Dieses Wort, das in Ausschreibungen herumgeistert, ist in meiner persönlichen Definition so geprägt:

BIM (Building Information Management) ist der Oberbegriff für eine integrale Planungsmethode im Bauwesen. Damit ist das Sammeln, Generieren, Analysieren, Kommunizieren und das Realisieren von digitalen Modellen gemeint. Mit diesen im Konsens erstellten digitalen Gebäudemodellen kann der gesamte Lebenszyklus eines Projektes abgewickelt werden.

Man spricht von Virtual Design and Construction (VDC), wenn zu dieser Planungsmethode geeignete Organisations-, Vertrags- und Prozessformen hinzukommen.

Ein digitales Gebäudemodell ist ein mit BIM-fähiger Software erstelltes Planungsmodell. BIM-fähig heißt, dass die Software in der Lage ist, Informationen mit Bauteilen zu verknüpfen. Dies können zum Beispiel die statischen Angaben sein, ob es sich um eine tragende Wand handelt, welchen Feuerwiderstand diese hat und so weiter. Diese Daten werden beispielsweise in Datenbanken ausgewertet. Manche nennen diesen Vorgang das „Aufinformieren des Modells“. Wichtig ist dabei, dass vorher grundlegend und im Konsens definiert wurde, wie und mit welchen Bezeichnungen das Informieren geschieht.

Die grundlegenden Definitionen eines BIM-Projektes werden im Projektabwicklungsplan festgeschrieben. Dieser beinhaltet Dinge wie zum Beispiel organisatorische Aspekte, Prozesse, Modellierung und deren Informationsbereitstellung. Doch zu diesem Punkt in einer späteren Kolumne mehr.

Viele Zahlen 0 und 1 um das Wort BIM herum
Quelle: Siemens Switzerland Ltd.
Die Informationstechnologie macht BIM erst möglich. Also steht hinter BIM zwangsläufig und folgerichtig ein Algorithmus - ein Prozess.

Soviel zu meinen persönlichen Definitionen von BIM und VDC. Würden Sie die Dinge anders definieren? Teilen Sie mir es mit!

Nun stellt sich aber die grundlegende Frage, wie man eine integrale Planungsmethode einsetzen kann, ohne holistisch zu denken und die entsprechende Organisation oder die essentiellen Prozesse zu berücksichtigen? Wenn wir in der Informationstechnologie, die BIM erst möglich macht, bleiben, kommen wir zwangsläufig und folgerichtig zum Synonym Algorithmus für Prozess. Ein Algorithmus ist gemäß Duden ein (Rechen-)Vorgang nach einem bestimmten, sich ggf. wiederholenden, Schema.

Nichts anderes ist BIM: Klare, strukturierte, integrale Prozessabläufe, die das Projekt transparent machen und richtig angewendet, Projekte und Prozesse vereinfachen. Sie sehen also, dass BIM auf keinen Fall ausreichen kann, wenn man ein digitales Projekt abwickeln möchte. Es benötigt immer Prozesse, um eine Methode erfolgreich umzusetzen.

Benötigen Sie noch Definitionen? Ich freue mich auf Ihre Fragen!

Montag, 28.11.2016

Adrian August Wildenauer
Von Adrian August Wildenauer
pom+Consulting AG